Neuapostolische Kirche Datteln

Das Gotteshaus der Neuapostolischen Gemeinde Datteln an der Gerhardstraße entstand in einjähriger Bauzeit in den Jahren 1971/72 als Versammlungsstätte für die Gemeinde Datteln-Meckinghoven. Als Kirchenbaumeister fungierte damals der Lünener Architekt Klaus Wassmuth, der in seiner langjährigen Tätigkeit über 80 Kirchen gebaut hat, der der Neuapostolischen Kirche aber auch 40 Jahre als Priester und Diakon gedient hat. Der Weihegottesdienst der Kirche fand am 19. Juli 1972 statt.

 

 

Zuvor hatte die Meckinghovener Gemeinde ihre Gottesdienste mehr als 40 Jahre im Hinterhof eines Hauses in der Bahnhofstraße gefeiert. 1919 hatte die Gemeinde dort eine leerstehende Schreinerwerkstatt angemietet und den Raum als Betsaal für alle in Datteln wohnenden neuapostolischen Geschwister hergerichtet.

Die Anfänge der Neuapostolischen Gemeinde Datteln sind eng verknüpft mit der Ansiedlung der ersten Bergarbeiterfamilien im Dattelner Gemeindebereich. Sie gehen bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in das Jahr 1912 zurück. In der neu entstandenen Zeche Emscher-Lippe wurden zahlreiche Arbeitskräfte gebraucht. Besonders aus den Ostprovinzen wurden Bergleute angeworben. Einige von ihnen waren bereits neuapostolisch, als sie im Ruhrgebiet ankamen. Für die fünf 1912 in Datteln lebenden neuapostolischen Familien wurden die Gottesdienste in einem Wohnraum in der Ilandstraße durchgeführt. Zuvor hatten die Gläubigen den Gottesdienst im benachbarten Recklinghausen-Suderwich besucht.

 

Die erste neuapostolische Gemeinde in Datteln entstand dann 1919 mit der Beauftragung eines Vorstehers. Der Zuwachs an Gemeindemitgliedern erforderte recht bald den Umzug in eine größere Versammlungsstätte, in die bereits erwähnte ehemalige Schreinerei im Hinterhof eines Hauses an der Bahnhofstraße in Meckinghoven. Aufgrund der ständig weiter steigenden Mitgliederzahlen wurde diese Versammlungsstätte bereits 1924 zu klein. Die Gemeinde wurde geteilt, durch diese Teilung der Gemeinde entstanden die Gemeinden Datteln-Meckinghoven und Datteln. Nach der Teilung der Gemeinde verblieb die Gemeinde Datteln-Meckinghoven in den Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße, die Gemeindemitglieder aus dem Beisenkamp, aus der Stadtmitte und aus dem Norden der Stadt trafen sich zu ihren Gottesdiensten in ihrer neuen Versammlungsstätte an der Gertrudenstraße.

 

eil das Gebäude an der Gertrudenstraße im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, war die Gemeinde Datteln lange ohne eigenen Kirchsaal. Kurzzeitig versammelten sich die Geschwister im Central-Kino, Hohe Straße, danach nutzten auch sie die Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße zum Gottesdienst.

 


 

Die Situation wurde aber als unhaltbar empfunden. In den 1950er Jahren war deshalb das Ziel der neuapostolischen Christen, die in der Beisenkamp-, Hachhausen- und Höttingsiedlung lebten, die Errichtung einer eigenen Kirche. Es wurde ein Grundstück Am Mühlenbach 22 erworben. Am 1. Juli 1954 konnte die Gemeinde Datteln dort ihre neue Kirche einweihen. Diese Kirche, 1975 noch durch den Anbau einer Sakristei und eines Jugendraumes erweitert, ist inzwischen Geschichte, nach der Fusion der beiden Dattelner Gemeinden am 17. März 2013 wurde sie abgerissen. Unterdessen wurden dort Wohnhäuser errichtet.

 

Klaus Wassmuth


 

Am Tag der Fusion, am 17. März 2013, bezog die neue und in gewisser Weise auch „alte“ Gemeinde Datteln mit langer Tradition die renovierte und angebaute Neuapostolische Kirche an der Gerhardstraße. Eine umfassende Renovierung und Erweiterung dieses Kirchengebäudes, in dem zuvor 150 Personen zu Gottesdiensten Platz finden konnten, eingeschlossen die Sitzgelegenheiten auf der Empore, erfolgte ab 2011, nachdem die Fusion beschlossene Sache war. Der hauptsächliche Kirchensaal mit dem Spitzdach ist geblieben. Der modern gestaltete Anbau ist durch große Fensterflächen geprägt, seitdem wirkt die Kirche von Innen heller und freundlicher. Das Gebäude wurde um einen großen Mehrzweckraum erweitert, der von den Kindern, der Jugend, den Senioren und anderen Gruppen der Gemeinde für Zusammenkünfte genutzt werden kann.

 

2022 zählt die Gemeinde Datteln fast 400 Mitglieder. Die Gemeindeleitung nimmt Priester Björn Rolka wahr. Er wird von drei Priestern und acht Diakonen bei seiner Arbeit unterstützt.