Initiative fordert mehr Tempo

Schemm-Platz: Stadtverwaltung wartet auf den Quartiersmanager

Von Björn Korte, Dattelner Morgenpost, 7. Februar 2018

 

Datteln. Wird es in diesem Jahr noch etwas mit der vielfach geforderten Sanierung des maroden Schemm-Parkplatzes? Friedrich Eckart, Sprecher der „Initiative Datteln“, hat da seine Zweifel. Er wirft der Stadtverwaltung Untätigkeit vor. Das Gegenteil sei der Fall, versichert Bürgermeister André Dora.

 

„Die Stadtverwaltung schiebt das Thema auf die lange Bank“, schimpft Eckart. „Wir hätten auch gerne, dass alles schneller geht“, sagt Verwaltungschef Dora. „Aber wir sind an das Vergaberecht und Fristen gebunden.“

 

Es geht nach wie vor um die Einstellung eines sogenannten Quartiersmanagers. Dieser mit Fördergeld bezuschusste Posten wird wohl im Frühjahr an ein Planungsbüro vergeben. Die Ausschreibung ist erfolgt. Außerdem hofft die Verwaltung, Fördergeld zum Umbau des Platzes im Herzen der Innenstadt zu bekommen. „Wir sind da auf einem guten Weg und in Gesprächen mit der Bezirksregierung“, sagt Dora. Noch in der ersten Jahreshälfte soll das Quartiersmanagement-Büro die Arbeit aufnehmen und dann auch gleich loslegen in Sachen Schemm.

 

Friedrich Eckart ist da nicht so optimistisch. „Bis der Quartiersmanager eingearbeitet ist, sind wir im Jahr 2019“, mutmaßt er. Seine Initiative macht seit 2016 Druck in Sachen Schemm-Sanierung. Zuvor hatten die Initiatoren, allerdings als Interessengemeinschaft „Leerstand verhindern“, die Bebauung des Schemm mit einem Einkaufszentrum per erfolgreichem Bürgerbegehren verhindert. Kurz darauf folgte der Ratsantrag der Gruppe, eine Million Euro für die Sanierung des Schemm im Stadthaushalt einzuplanen. Das war dem Stadtrat dann aber doch zu hoch gegriffen. „Das war ein Testballon von uns, um zu sehen, wie die Stadträte dazu stehen“, sagt Eckart heute.

 

Im städtischen Haushalt 2018, der noch von der Bezirksregierung abgesegnet werden muss, sei eine fünfstellige Summe für eine Überarbeitung des Schemm-Platzes berücksichtigt“, sagt Dora. „In diesem Jahr werden dort Schlaglöcher gestopft“, verspricht er. „Wir werden aber nicht jetzt den kompletten Platz neu asphaltieren, um dann möglicherweise alles wieder aufreißen zu müssen, wenn die Entwicklungspläne fertig sind. Wir schmeißen kein Geld zum Fenster raus.“ Und Pläne für den Schemm zu entwickeln, sei eben eine zentrale Aufgabe des Quartiersmanagers, sagt Dora.

 

Mit dem Dattelner Architekten, der das Autohaus-Gelände und angrenzende Grundstücke an der Ahsener Straße neu bebauen will, sei das Stadtplanungsamt in Kontakt, so der Bürgermeister.

 

Die Argumentation Doras sei zwar „grundsätzlich nachvollziehbar“, meint Eckart,. Aber ihm geht das alles nicht schnell genug.