Ideen für die Mondlandschaft

DATTELN. Der Schemm-Platz ist in einem schlimmen Zustand, die „Initiative Datteln“ will das ändern, handeln kann aber nur die Stadtverwaltung.

Kein schöner Anblick und alles andere als sicher: Der Schemm-Parkplatz in der Innenstadt. Foto: ANDREAS KALTHOFF

 

 

Von Björn Korte, Dattelner Morgenpost, 4. Januar 2018

 

Eineinhalb Jahre ist es her, dass die Bebauungspläne für den Schemm eingemottet wurden. Kein neues Einkaufszentrum. Stattdessen Parkplatz-Mondlandschaft. Eine Zumutung für Stoßdämpfer und Knöchel. Wegen der Schlaglöcher sind schon Bürger gestolpert und gestürzt.

 

Mittlerweile gibt es einen neuen Plan – zumindest für das knapp 5 000 m² große, teilweise bebaute Areal, das an die Ahsener Straße grenzt. Diesen Plan hat der private Grundstückseigentümer mit einem Architekten aus der Region geschmiedet. Autohandel samt Werkstatt und Abstellplatz sowie ein Wohnhaus sollen verschwinden und Platz machen für eine Neubebauung mit altengerechten Wohnungen sowie Geschäftsräumen.

 

Markus Danielsmeier von der „Initiative Datteln“ (vormals Interessengemeinschaft „Leerstand verhindern“, die die Schemm-Bebauung 2016 per erfolgreichem Bürgerbegehren verhindert hatte) begrüßt diesen Plan ausdrücklich. Danielsmeier und seine Mitstreiter fordern aber auch eine zeitnahe Aufwertung des öffentlichen Schemm-Parkplatzes. Dieses „Filetgrundstück im Herzen der City“ sei ein „Schandfleck“, meint Danielsmeier. Am 15. Januar habe die Initiative wieder mal einen Gesprächstermin im Rathaus mit Bürgermeister André Dora. „Uns geht es vorrangig um den Parkplatz“, sagt Danielsmeier. Er möchte wieder möglichst viele Bürger mit ins Boot holen und sammelt Vorschläge, was mit der rund 5 000 m² großen Parkplatzfläche passieren soll.

 

Spielplatz am Parkplatz?

 

„Der Parkplatz soll Parkplatz bleiben“, sagt Danielsmeier. „Aber in einem guten Zustand.“ Bürger könnten sich beispielsweise über die Gestaltung Gedanken machen, oder einen Spielplatz am Rande des Parkplatzes wünschen, sagt Danielsmeier.

 

Der Vorstoß der Initiative Datteln komme „zur Unzeit“, findet Bürgermeister André Dora. Im Februar endet die Ausschreibungsfrist für Unternehmen, die das Citymanagement steuern wollen. Dafür gibt es Fördergeld. Die Entwicklung des Schemm-Platzes gehört zum Aufgabengebiet. Im Stadt-Haushalt 2018 ist Geld für die Überarbeitung des Parkplatzes eingeplant, betont Bürgermeister Dora. Allerdings keine Million Euro, wie es die Initiative Datteln gefordert hatte. So viel Geld, um den Platz neu zu teeren – das war dem Stadtrat dann doch viel zu hoch gegriffen. „Eine Anwohnerbeteiligung wird es noch geben“, verspricht Dora. Bevor der neue Citymanager, bzw. dessen Firma, die Arbeit aufgenommen habe, mache eine Wunschabfrage beim Bürger aber wenig Sinn.

 

Der Plan zur Neubebauung des Areals an der Ahsener Straße liegt im Rathaus zur Prüfung. „Es ist zu klären, ob das im Rahmen des gültigen Bebauungsplans geht“, sagt Dora. Hintergrund: Seit dem Scheitern der Schemm-Pläne gilt eine Veränderungssperre. Möglich, dass zunächst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden muss. In Datteln weiß man: Das kann lange dauern.