An der Castroper Straße 88 in Datteln betreibt Valeria Humeniuk das ukrainische Restaurant „Fayno“. Ein Angebot, das nicht nur in der Kanalstadt einzigartig ist. Denn ukrainische Restaurants sind in der Umgebung selten. Auch in der Region gibt es kaum Angebote mit osteuropäischen Spezialitäten aus der Ukraine. Die nächste Gastronomie mit ukrainischer Küche befindet sich in Dortmund.
Valeria Humeniuk lebt mit Mann und Sohn seit drei Jahren in Deutschland. Schon in der Ukraine lag ihr die Gastronomie im Blut. Ihre Mutter betreibt in der Ukraine das Familienrestaurant. Bis zum Kriegsbeginn hat Valeria dort gearbeitet. Die gelernte Grafikerin aus der kleinen Stadt Zviahel war unter anderem für die Außenreklame oder das Marketing des Lokals zuständig.
Gekocht werden die ukrainischen Spezialität von zwei Köchinnen aus der Ukraine. Sie tischen ihren Gästen unter anderem Borschtsch (Suppe aus Rote Bete, Kohl und Fleisch) oder Varenyky (gefüllte Teigtaschen mit Fleisch, Pilzen oder Kartoffeln) auf. Daneben gibt es die süße Variante mit Kirschen und Quark.
Valeria Humeniuk betreibt ein ukrainisches Restaurant in Datteln. © Julia Müller - Dattelner Morgenpost vom 09.04.2025
Restaurant „Fayno“, Datteln, Castroper Straße 88
Öffnungszeiten: Di. – Sa.: 17 bis 22 Uhr, So.: 12 bis 22 Uhr; montags geschlossen
Telefon: 0151-72 69 27 68
E-Mail: [email protected]
Im Februar 2026 haben Valentin Schneider und Julia Müller von der Dattelner Morgenpost dem Restaurant einen Besuch abgestattet, dort zu Abend gegessen und anschließend über ihre Erfahrungen berichtet:
Ukrainische Küche in Datteln
Wie schmeckt es im „Fayno“ an der Castroper Straße?
von Valentin Schneider, Julia Müller , Dattelner Morgenpost , 05. Februar 2026
2025 hat Valeria Humeniuk in Datteln das ukrainische Restaurant „Fayno“ eröffnet. Doch wie schmeckt es dort? Wir waren zu Besuch und haben den Test gemacht.
Im vergangenen Jahr begann an der Castroper Straße 88 ein neues gastronomisches Kapitel. In dem Gebäude, in dem viele Jahre die Pizzeria Juju beheimatet war, eröffnete Valeria Humeniuk das ukrainische Restaurant „Fayno“. Ein Unikat in Datteln, schließlich gibt es nirgendwo sonst in der Kanalstadt ukrainische Küche. Und auch in der Region sind derzeit wenige Restaurants für Gerichte aus Kiew, Poltawa und Co. bekannt. Die nächste Gastronomie mit ukrainischer Küche befindet sich in Dortmund. Grund genug also, das Fayno im Rahmen eines Restaurant-Checks zu besuchen.
Anfahrt
Das Restaurant befindet sich auf der Castroper Straße und damit auf der direkten Verbindung nach Castrop-Rauxel und Meckinghoven. Die Dattelner Innenstadt ist zehn Minuten zu Fuß entfernt. Die Parkplatzsuche ist allerdings nicht so leicht. Wer mit dem Auto anreist, kann entweder direkt an der Castroper Straße nach einem Parkplatz Ausschau halten oder sucht im Wohngebiet rund um die Josefskirche. Dort gibt es auch einen kleinen Parkplatz, auf dem Autofahrer mit Parksacheibe kostenfrei drei Stunden stehen können. Direkt neben dem „Fayno“ halten zudem die Buslinien 286 und SB22 an der Haltestelle Beisenkampstraße.
Speisekarte im „Fayno“
Eine Speisekarte wie im „Fayno“ haben ich und meine Kollegin Julia Müller vorher noch nie gesehen. Schließlich gehen wir beide das erste Mal ukrainisch essen und das Menü wimmelt nur so von typisch ukrainischen Spezialitäten. Es gibt Varenyky (Teigtaschen) und Borschtsch, Deruny (Reibekuchen) und Halushky (Klöße). Daneben stehen auf der Karte noch einige internationale Klassiker, wie Rib-Eye-Steak oder Doradenfilet. Es gibt zudem auch einige vegetarische Gerichte. Was auffällt: Mit dunklem Brot, Brottrunk und roter Bete wird in der ukrainischen Küche nicht gegeizt.
Wir entscheiden uns bewusst dazu, ausschließlich ukrainische Speisen zu bestellen. Ich nehme als Vorspeise gesalzenen Hering mit Kartroffelkroketten (11,20 Euro), Beim Hauptgang wähle ich das geheimnisvoll klingende „Hähnchen Kiew“ mit Brei (20,80 Euro).
Meine Kollegin Julia Müller entscheidet sich hingegen vorab für Carpaccio aus gebackener Roter Bete und mit Mozarella (7,70 Euro). Als Hauptspeise bestellt sie die Varenyky mit Kartoffeln und Zwiebelcreme (12,20 Euro). Wir teilen uns zudem als Dessert Syrnyky mit Karamell-Vanillesauce (11,50 Euro). Getränke bestellen wir auch. Julia wählt eine Cola Zero (4,50 Euro), ich ein Uzwar für 5,70 Euro – ein typisch ukrainisches Getränk auf der Basis von getrockneten Früchten. Pluspunkt: Wir konnten mit der Karte zahlen.
Ein typisches ukrainisches Getränk ist Uzwar, das meistens aus getrockneten Früchten oder Beeren gemacht wird.
© Valentin Schneider - Dattelner Morgenpost 05.02.2026
Geschmack im „Fayno“
Doch die wichtigste Frage ist: Wie hat es uns geschmeckt? Vorweg zum Uzwar: Mich erinnerte der Geschmack an einen leckeren, naturtrüben Saft – eine spannende Kombination aus verschiedenen Früchten. Die Vorspeise hätte auch als kleine Hauptspeise durchgehen können, so groß war die Portion. Zu den angekündigten Heringen und Kartoffelkroketten gesellten sich auf einem perfekt angerichteten Teller in Dreieckscheiben geschnittenes dunkles Brot und ein Salat aus Zwiebeln und natürlich Roter Bete. Der bittere Geschmack von Salat und Brot glich perfekt den würzigen Hering aus. Sehr lecker waren auch die weichen, rund geformten Kroketten, die im Mund förmlich zerfielen.
Ein guter Start: Der gesalzene Hering mit Kartoffelkroketten machte Lust auf mehr.
© Valentin Schneider - Dattelner Morgenpost 05.02.2026
„Hähnchen Kiew mit Brei“ – so hieß das Hauptgericht, das DM-Redakteur Valentin Schneider wählte.
© Julia Müller - Dattelner Morgenpost 05.02.2026
Dagegen fiel mein Hauptgang etwas schwächer aus. Denn es wirkte etwas beliebig, dass es neben grünen Bohnen und Brokkoli auch Tomaten in die Gemüsebeilage geschafft hatten. Das sorgte für einen leicht wässrigen Geschmack. Doch das „Hähnchen Kiew“ überzeugte auf ganzer Linie und erinnerte ein bisschen an ein Überraschungsei, in der Form sowie im Inhalt. Denn unter einer knusprigen Panade verbarg sich zartes Hähnchengeschnetzeltes mit einer Salbeifüllung im Inneren, die vorher nicht angekündigt war. In der Speisekarte war nur von einem alten ukrainischen Rezept die Rede. Heimlicher Gewinner war aber der „Brei“. Dieser erinnerte an klassische Spätzle mit einer cremigen Sauce.
Auch meine Kollegin Julia Müller war mit den bestellten Gerichten zufrieden. Die Vorspeise schmeckte ihr gut. „Bei der Hauptspeise war ich ein bisschen verwirrt, dass Speck als Dekoration drauf war, weil es eigentlich als vegetarisch ausgewiesen wurde“, sagt sie. „War aber auch sehr lecker und typisch ukrainisch.“ Nächste Mal würde sie allerdings die Variante mit Pilzen nehmen, weil aus ihrer Sicht die Füllung mit Kartoffeln sehr mächtig war.
Einen guten Schlusspunkt bildete der Nachtisch. Die Syrnyky mit Karamell-Vanillesauce sorgten für eine Geschmacksexplosion. Die gebratenen Klöße aus Frischkäseteig ergänzten sich perfekt zu der schmackhaften Sauce.
Die Preise empfanden wir als fair. Insgesamt zahlten wir 78,54 Euro.
Service und Ambiente im „Fayno“
Das Ambiente war schick und gemütlich. Besonders die gepolsterten Stühle sorgten für eine Wohlfühlatmosphäre, genau wie die grün gestrichenen Wände im Gastraum. Minuspunkte gab es von uns jedoch für die Toiletten, die nicht barrierefrei waren. Die Herrentoilette befindet sich im Erdgeschoss. Damen müssen über eine Etage höher über eine Treppe, die mit dem Rollstuhl nicht passierbar ist. Unsere Bedienung war sehr nett und fragte regelmäßig, ob alles in Ordnung ist.
Syrnyky mit Karamell-Vanillesauce rundeten den Abend ab.
© Valentin Schneider - Dattelner Morgenpost 05.02.2025
